Dem Kauf eines neuen Computers sollten grundsätzlich folgende Überlegungen vorausgehen:
Der Prozessor (Central Processing Unit) ist das funktionale Kernstück eines Computers. Er führt das Betriebssystem und die Software aus. Es gibt Computer mit einem oder mehreren Prozessoren. Ein Prozessor kann außerdem aus mehreren Prozessor-Kernen bestehen (Dual Core, Quad Core, Six Core).
Nicht jede Software profitiert von mehreren Prozessoren bzw. Prozessorkernen. Man unterschiedet zwischen „Single Thread“-Software, die nur auf einem Prozessor ausgeführt werden kann, und „Multi-Thread“-Software, bei der die Prozesse in einzelne Threads aufgeteilt werden, die dann jeweils von einem Prozessor bzw. Core ausgeführt werden.
Für professionelle CAD-Software wie Vectorworks ist die Schnelligkeit des Prozessors oft ausschlaggebender als die Anzahl der Prozessoren bzw. Cores. Deshalb reicht für normale CAD-Abläufe in der Regel ein Computer mit einem Prozessor.
Wollen Sie allerdings hochwertige Renderings oder Animationen in Vectorworks durchführen, empfehlen wir zwei Multikern-Prozessoren. Hier gilt in der Regel: Wird die Anzahl der Cores verdoppelt, halbiert sich die Renderzeit. Multikern-Prozessoren sind auch sinnvoll, wenn Sie mehrere Prozesse gleichzeitig ausführen.
Der Arbeitsspeicher (Random Access Memory) ist ein temporärer Speicher für Daten, die zur Ausführung von Programmen und des Betriebssystems benötigt werden. Je mehr Programme laufen und Dateien geöffnet sind, desto mehr Arbeitsspeicher wird verwendet. Ist nicht mehr genug Speicherplatz vorhanden, werden die Daten auf die Festplatte ausgelagert, was die Geschwindigkeit der Prozesse erheblich reduzieren kann.
Vectorworks benötigt für normale CAD-Abläufe ein Minimum von 2 GB RAM. Für die Arbeit mit großen Dateien empfehlen wir mindestens 8 GB, mehr ist besser. WICHTIG: Um mehr als 3 GB Arbeitsspeicher nutzen zu können, benötigen Sie allerdings ein 64-Bit-Betriebssystem.
Berücksichtigen Sie beim Kauf eines neuen Computers auch, dass neue Programme und wachsende Daten wahrscheinlich irgendwann eine Vergrößerung des RAMs nötig machen werden. Deshalb sollten Sie sicherstellen, dass der Rechner über freie Steckplätze für zusätzliche Speicherchips verfügt.
Die Grafikkarte erzeugt die Bildschirmanzeige eines Computers. Professionelle Grafikkarten unterstützen zwei oder mehr Monitore. Dies ist von Vorteil, wenn Sie mit mehreren Programmen gleichzeitig arbeiten.
Für Vectorworks empfehlen wir eine leistungsstarke Consumer-Grafikkarte (z .B. NVIDIA GeForce, AMD Radeon) mit 1 GB oder mehr Speicher. Diese Grafikkarten verfügen unserer Erfahrung nach über genügend Qualität für das professionelle Arbeiten mit einem CAD, sind weit verbreitet und bieten gleichzeitig ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.
Wird Vectorworks auf einem Windows-Betriebssystem eingesetzt, empfehlen wir den Treiber der Grafikkarte regelmäßig zu aktualisieren. Je nach verwendetem Computer geschieht dies über die Internetseite des Computerherstellers oder direkt beim Hersteller der Grafikkarte (www.nvidia.de oder www.amd.de).
Beim Einsatz von Vectorworks unter Macintosh OS X werden die Treiber der Grafikkarte automatisch mit den Zwischenupdates des Betriebssystems aktualisiert.
Auf der Festplatte werden die Daten langfristig gespeichert. Maßgebend bei der Bewertung von Festplatten sind Größe und Geschwindigkeit.
Festplatten werden mit Kapazitäten von bis zu 3 TB (3000 GB) angeboten. Diese Größe dürfte für alle Arten von CAD-Nutzung ausreichend sein.
Wichtiger für CADs ist die Geschwindigkeit einer Festplatte. Diese wird in Umdrehungen pro Minute (rpm oder U/min) gemessen. Dabei gilt: Je mehr, desto besser.
In der Regel handelt es sich bei Festplatten um SATA-Festplatten. Immer mehr werden auch SSD-Festplatten (Flash-Speicher) angeboten, die schneller, jedoch auch teurer sind. Viele Anwender verwenden deshalb Computer mit einer kleineren SSD-Festplatte für Betriebssystem, Programme und aktuelle Dateien und eine größere SATA-Festplatte für das Speichern von Daten.