Auf der Suche nach dem Funken

Während der Schulung in Wiesbaden

Geschrieben von Vanessa am 07.08.2025

Mittwochabend, Anfang Juli. Die Sonne steht tief, die Straßen sind leerer als gedacht – perfektes Wetter, um in Richtung Wiesbaden aufzubrechen. Martin und ich sitzen im Auto, Fenster halb offen, Musik läuft leise. Wir sind unterwegs zur Friedrich-Ebert-Schule. Am nächsten Morgen erwartet uns eine Schulung mit 17 angehenden Veranstaltungstechniker:innen – wo Scheinwerferträume auf echte Pläne treffen und der erste Entwurf schon nach Bühne riecht. Ich bin mitgefahren, um zu unterstützen – aber ehrlich gesagt auch, weil ich neugierig bin: Wie ticken die Leute, die später mal riesige Festivalbühnen aufbauen? Was erwarten sie sich von einem Tag mit Vectorworks Spotlight?

 

Am nächsten Morgen starten wir entspannt. Die Schule finden wir schnell – ein moderner Bau, ruhig, fast ein bisschen verschlafen. Wir kommen während einer Unterrichtsstunde an, der Flur ist leer, irgendwo ein leises Stimmengewirr hinter geschlossenen Türen. Wir betreten den Technikraum, wo die Schüler:innen des 1. Lehrjahrs auf uns warten. Man spürt: Es ist kurz vor den Ferien. Die Atmosphäre im Raum ist ruhig, abwartend, gemischt mit Neugier, Skepsis und der Frage „was bringt mir das eigentlich?“

Martin startet mit einer kurzen Präsentation: Wer ist ComputerWorks? Was ist CAD zeichnen überhaupt – und warum ist Vectorworks aus der Veranstaltungstechnik nicht mehr wegzudenken? Es geht um Kommunikation: Planer:innen, Techniker:innen, Auftraggeber:innen – alle müssen dieselbe Sprache sprechen. So hatte ich das selbst noch nie betrachtet.

Von Rechtecken zu Rigging-Systemen

Dann geht’s ans Eingemachte: Arbeitsumgebung einrichten, Maßeinheiten anpassen, erste Werkzeuge ausprobieren. Rechteck zeichnen, extrudieren, rotieren – am Ende entsteht eine kleine Treppe. Später bauen wir eine Traversenstrecke, diskutieren Kettenzüge, Scheinwerfer, Trimmhöhen. Die Gruppe arbeitet konzentriert, stellt schlaue Fragen – und lacht, wenn Mac und Windows sich mal wieder nicht verstehen.

Wir zeigen, wie man mit Vectorworks Spotlight Objekte auf richtige Klassen verteilt und warum saubere Struktur Gold wert ist. Zum Glück gibt es Vorgabedokumente, die die Arbeit immens beschleunigen und so schreiten wir voran mit Rigging-, Beleuchtungs- und Audiowerkzeugen. Ein bisschen erschlagen vom Umfang und den Möglichkeiten die unsere CAD-Software Vectorworks bietet, kamen wir zu unserem abschließenden Thema Braceworks - Lastenberechnung, Statik, Sicherheit durch Daten. Wo ich schon längst ausgestiegen wäre, flammten Herzen auf und ein Dutzend Fragen wurden gestellt. Und das war der Moment, in dem ein anfängliches Interesse sich zu aufrichtiger Begeisterung entwickelte.

Was sie bewegt – ein Gespräch in der Pause

In der Pause unterhalte ich mich mit drei besonders engagierten Schülern. Als ich nach ihren Namen frage, haben wir einen lustigen Moment, denn sie heißen fast gleich: Lucas, Lukas und Luca. Die lockere Art und die Begeisterung für ihren Beruf, macht es mir sehr leicht ein paar Einblicke zu bekommen.

Was gefällt Euch an der Veranstaltungstechnik?
„Die Mischung aus Theorie und Praxis – nie langweilig. Festivals, Open Airs – jedes Projekt ist anders.“

Warum diese Ausbildung?
„Ich hab in der 6. Klasse in der AG angefangen. Dann neben dem Abi gearbeitet. Irgendwann war klar: Das ist mein Ding.“ (Luca)

Worauf habt Ihr Euch bei der Schulung gefreut?
„Learning by doing war bisher unser Alltag. Aber heute wollten wir wissen, wie es richtig geht. Wir wollen effizient arbeiten, Traversen richtig setzen – mit Plan und Berechnung.“

Was bleibt hängen?
„Die Relevanz digitaler Tools ist riesig. Große Projekte laufen heute über digitale Vorplanung – das erleichtert die Arbeit enorm. Kund:innen können unsere Visionen viel besser verstehen und wir auch sie.“

Richtung Zukunft – mit Lichtdesign und Systemdenken

Zum Abschluss frage ich, wo sie sich später im Beruf sehen. Die Antworten sind so bunt wie ihre Interessen: Lichtdesign, Tontechnik, Systemdesign & Verkabelung. Was alle drei verbindet: der Wille, die Technik nicht nur zu bedienen, sondern wirklich zu verstehen, um eine gute Kommunikation zu ermöglichen und Events reibungslos (digital und mit Vectorworks) zu planen. Bei ihnen sehe ich auch wahres Tutoren-Potenzial.

Zurück Richtung Heimat

Am Nachmittag packen wir zusammen. Die Laptops fahren runter, der Raum leert sich. Auf der Rückfahrt ist es stiller als auf dem Hinweg – nicht vor Erschöpfung, sondern weil dieser Tag irgendwie nachwirkt. Mitzuerleben wie echte Begeisterung aufflammte, als die Berufsschüler:innen sahen, was mit Vectorworks alles möglich ist, löste in mir Euphorie aus. Wenn junge Leute so motiviert sind, wird die Veranstaltungsbranche zukünftig noch mehr strahlen.

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