01.12.2025
Der folgende Beitrag stellt die wichtigsten Unterschiede zwischen Revit und Vectorworks Architektur in Bezug auf die vier Workflows 2D-Zeichnen, 3D-Modellierung, Rendering und Datenmanagement heraus. Sie erhalten einen Überblick über die verschiedenen Arbeitsmethoden der beiden Lösungen, die insbesondere in BIM-Prozessen häufig eine entscheidende Rolle spielen.
2D-Zeichnen
Revit bietet Werkzeuge für die 2D-Dokumentation und Detaildarstellung. Damit lassen sich Grundrisse, Ansichten, Schnitte und weitere Planinhalte erzeugen. 2D-Darstellungen können aus dem BIM-Modell generiert werden. Eine Klassenstruktur parallel zu Ebenen bzw. Layern gibt es nicht. Die gezielte Anpassung kleinräumiger Geometrien kann in bestimmten Fällen zusätzlichen Aufwand erzeugen.
In Vectorworks steht eine breite Palette von CAD-Zeichenwerkzeugen in einer einheitlichen Arbeitsumgebung zur Verfügung. Die Klassenstruktur in Vectorworks ermöglicht eine weitere, von Ebenen unabhängige Organisation von Geometrien, Darstellungsarten und Beschriftungen. Das erlaubt eine flexible und individuelle Gestaltung von Bauplänen, beispielsweise zur Einhaltung individueller Standards und Gepflogenheiten des jeweiligen Büros. Vectorworks-Anwender:innen sind für solche Nachbearbeitungen von Plänen nicht auf zusätzliche Zeichenprogramme angewiesen wie Nutzer:innen anderer Systeme beispielweise auf Illustrator angewiesen sind.

3D-Modellierung
Revit ist auf parametrisches Gebäudedesign ausgerichtet. Bauteile sind in standardisierten sogenannten Familien organisiert. Für unkonventionelle polygonale, organische oder konstruktiv freie Formen sind zusätzliche Modellierungsschritte oder externe Werkzeuge notwendig. Eine Anpassung der Bauteil-Familien erfordert oftmals vertiefte System-Kenntnisse aufgrund ihres komplexen inneren Aufbaus.
Vectorworks unterstützt ebenfalls parametrische Bauelemente, kombiniert diese jedoch gleichzeitig mit weiteren Modellierungstechnologien. Dazu gehören unter anderem eine intuitive Push-Pull-Modellierung sowie fortschrittliche NURBS und Subdivision-Werkzeuge. Diese Kombination standardisierter und individueller Vorgehensweisen erlaubt es, auch Bauteile mit komplexen Sonderformen zu modellieren, in Bibliotheken abzulegen und in anderen Projekten wiederzuverwenden. Entwurf, Variantenentwicklung und spätere Weiterverwendung finden in einem einzigen Arbeitsraum statt.

Rendering
Revit verfügt über integrierte Rendering-Funktionen, die für verschiedene Anwendungsfälle geeignet sind. Vereinzelt greifen Anwender:innen für gehobenere fotorealistische Darstellungen auf integrierbare, spezialisierte Renderingsoftware zurück wie Arnold, Enscape oder V-Ray, die zusätzliche Möglichkeiten bieten, jedoch teils gesonderte Lizenzmodelle mit Gebühren beinhalten.
In Vectorworks Architektur sind mehrere Renderverfahren direkt in der Software integriert. Es handelt sich dabei um eine voll integrierte Echtzeit-Shaded-Darstellung, Raytracing auf der Basis von CineRender von Maxon sowie das GPU-unterstützte Redshift. Diese Verfahren bieten fotorealistische Visualisierungen in ausgezeichneter Qualität und sind ohne zusätzliche Module verfügbar. Darüber hinaus lassen sich weitere Visualisierungstools wie Enscape, Lumion oder Twinmotion in die Software einbinden. Der Schritt vom Modell zur Visualisierung erfolgt dank einer durchgängigen Integration ohne zwischengeschaltete Programme.

Datenmanagement
Revit bietet parametrische Bauteildaten und projektweite Informationen. Die Einrichtung individueller Datenschemata hängt jedoch stark vom jeweiligen Projektablauf und der internen Family-Struktur ab.
Vectorworks verwendet dynamische Datensätze. Sie werden ohne strukturelle Systemanpassungen erstellt und werden je nach Situation angepasst. Das erleichtert die projektspezifische Strukturierung und Verwaltung von Informationen. Daten werden in Zeichnungen, Berichten, Tabellen oder grafischen Darstellungen konsistent genutzt.
So ist es in Vectorworks einfach möglich, enthaltene Daten in einem Modell über unterschiedliche aufrufbare Darstellungen grafisch darzustellen. Diese sogenannten Datenvisualisierungen lassen sich flexibel den jeweiligen Anforderungen eines Projekts anpassen. Die gleichen Daten werden auch zur Erstellung von Berichten, Tabellen, Mengenermittlungen, Auswertungen und Analysen genutzt, die fundierte datenbasierte Entscheidungen ermöglichen und zur Organisation und Qualitätssicherung des Projekts beitragen.
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