Kraftwerk Living Technologies Voletarium - Das Flying Theater im Europa-Park

Das Voletarium ist das größte Flying Theater seiner Art in Europa. Das Projekt wurde 2017 vom Europa-Park in Rust ins Leben gerufen und ist die größte Investition in eine einzige Attraktion in der Geschichte des Parks. Die AV-Anlage wurde von Kraftwerk Living Technologies mit connectCAD und Vectorworks geplant.

Das Voletarium, Europas größtes Flying Theater, wurde mit connectCAD und Vectorworks entworfen

Ein noch nie da gewesenes Gefühl

Bereits Monate vor der Eröffnung wurde das Voletarium unter dem Codenamen "Projekt V" beworben und weckte Neugierde bei Freizeitpark-Enthusiasten, Europa-Park-Fans und der gesamten Unterhaltungsbranche. Aber zuerst musste es gebaut werden:

Von Anfang an beauftragte der Europa-Park die österreichische Firma Kraftwerk Living Technologies mit der technischen Konzeption, Planung und Installation der AV-Anlage. Ziel des Parks war es, eine der besten fliegenden Theaterattraktionen der Welt zu bauen - mit einem völlig neuen Erlebnis- und Qualitätsniveau. Allen Projektbeteiligten war es außerdem wichtig, eine neue Attraktion zu schaffen, die die Besucher mit einer spannenden Geschichte, unglaublichen Inhalten und Bildern und einem "noch nie da gewesenen" Gefühl des Fliegens durch modernste technische Lösungen begeistert.

Die Kuppel des Voletariums

Kraftwerk LT hat bereits 2013/14 mit dem Europa-Park zusammengearbeitet und die atemberaubende Themenfahrt ARTHUR durch das Königreich der Minimoys realisiert. „Als Experte für die AV-Integration genau solcher Installationen und bisheriger Großbild- und immersiven Kuppelprojektionsanlagen wussten wir, dass wir der richtige Partner sind“, sagt Thomas Gellermann, Leiter Forschung und Entwicklung bei Kraftwerk LT.

Eine gemeinsame Vision

Die Bauarbeiten für das Voletarium begannen im September 2016 und wurden in nur 9 Monaten vor der nächsten Sommersaison des Parks abgeschlossen. „Als AV-Systemintegrator waren wir von Anfang an dabei. Es gab sicherlich einen klaren Plan an Stelle dessen, was die Attraktion sein wird. Generell gab es im Rückblick einen langen Entscheidungsprozess mit vielen Meetings. Um den Einsatz modernster Technik zu ermöglichen, erfolgte die Auswahl erst spät im Planungsprozess, was zu einem recht engen Zeitplan für die AV-Installation führte“, so Thomas Gellermann.

„Wie bei jedem Projekt gab es Herausforderungen, aber die fachkundige Planung, die gute Kommunikation und die gemeinsame Vision und Zielsetzung aller Beteiligten halfen, die Hindernisse zu überwinden“, sagt Jennifer Zika, Unternehmenskommunikation bei Kraftwerk LT. Thomas Gellerman fügt hinzu: „Eine der Herausforderungen bestand darin, mit den 3D-Modelldaten zu arbeiten, die wir von den Architekten erhielten, da sie äußerst komplex waren. Wir sind bei der Planung an die Grenzen und Systembegrenzungen gestoßen.“

Die Sitze des Voletariums

Auf Reisen mit den Gebrüdern Eulenstein

Das Voletarium basiert auf der Geschichte von zwei fiktiven Flugpionieren, den Gebrüdern Eulenstein, die 1825 den ersten bemannten Flug durchführten. Nach dem Eintauchen in die Geschichte der Erfinder durch die Warteschlange, die fast selbst wie eine Attraktion wirkt, erreichen die Besucher die beiden Zwillings-Flugtheater mit jeweils 70 Sitzplätzen und einer Gesamtkapazität von 1.400 Personen pro Stunde, wo sie mit Sessellift-Gondeln durch die Luft gleiten und über 15 europäische Metropolen und Landschaften fliegen: das Matterhorn, die Drei Zinnen in Italien, Venedig und das Europäische Parlament in Straßburg, um nur einige zu nennen. Weitere Effekte wie Duft, Wind und Wasser, intensivieren das Flugerlebnis in den 16 Meter hohen Kuppeln.

Das Voletarium hat eine Grundfläche von 39x63 Metern und beherbergt die beiden gewölbten Bildschirmtheater sowie die umfangreiche Warteschlange. Jedes Flugtheater hat eine Leinwand mit einem Durchmesser von 21,5 m und einer Gesamtfläche von 425 m2. Die Projektion auf die konkave Leinwand erfolgt durch mehrere stereoskopische 3D-Projektoren mit jeweils 4K Auflösung, die für das ultimative Seherlebnis entwickelt wurden. Die Nähe der Besucher zur Leinwand und damit zur Optik ist ein wesentlicher Aspekt, der diese Attraktion auszeichnet.

Weitere technische Highlights sind das 3D-Audiosystem mit mehreren diskreten Kanälen und der Einsatz eines nicht komprimierten Videoserver-Clusters mit 120 fps nicht komprimierter Videowiedergabe, der für unglaublich scharfe und brillante Bilder ohne Bewegungsunschärfe sorgt. Das integrierte, kamerabasierte Ausrichtsystem, die Showsteuerung und die individuell gestalteten Touchpanels tragen zu einem unvergesslichen Besuchserlebnis bei.

„Drehscheibe für jedes Projekt“

„Wir arbeiten in einer Branche, die sich ständig verändert. Gleichzeitig erfordern enge Zeitpläne immer ein sehr schnelles Ergebnis.“ Hannes Reisinger, AV-Systemplaner bei Kraftwerk LT: „Wenn es schon Zeitdruck gibt, können die Pläne keinen weiteren Engpass darstellen, deshalb setzen wir auf das Konstruktionstool connectCAD, das sich als geeignetes Werkzeug erwiesen hat.

Das Voletarium besteht aus zwei (fast) identischen Flying Theaters. Nach der Erstellung der ersten Datei haben wir die Datei einfach unter einem neuen Namen gespeichert und die Funktion ‚Suchen und Ersetzen‘ über den Device Report ausgeführt. Voilá, ein zweites Flying Theater in weniger als zwei Minuten.“ Er fährt fort: „Während der Planungsphase haben wir Vectorworks mit connectCAD eingesetzt, so dass unsere Schaltpläne zur Drehscheibe für jedes Projekt geworden sind. Wir verwenden es nicht nur für Blockschaltbilder und Rack-Aufbau-Pläne, sondern verlassen uns auch weitgehend auf seine Datenbank-Funktionalität für das Management des gesamten Installationsprozesses.“

Audiovisuelle Einrichtung für das Voletarium

Technisch gesehen ist in jedem Flying Theater System inbegriffen:

  • ein konkaves kugelförmiges Siebsegment mit 21,5 m Durchmesser, 14 m Höhe und einer Gesamtfläche von 425 m².
  • Barco IOSONO 3D-Audiosystem mit insgesamt 30 diskreten Audiokanälen
  • Gesamt-Audioleistung: ca. 16.000 W
  • Bildschirmoberfläche mit insgesamt drei Christie Mirage D4K35 mit jeweils 35.0000 Centerlumen und 4K Auflösung.
  • Nicht komprimiertes (RAW) Videoserver-System von Brainsalt und 4-Kanal 120fps nicht komprimierte Videowiedergabe und integrierte Auto-Ausrichtung (kamerabasiert).

Die Leinwandinstallation war sicherlich eine Besonderheit und etwas Herausstechendes. „Ein weiteres technisches Highlight ist die Projektionsgeometrie selbst mit der komplexen Positionierung der drei Projektoren auf der sphärisch gekrümmten Leinwand. Diese spezielle Form des Displays ermöglicht eine wesentlich eindringlichere Integration des Publikums durch das erweiterte Sichtfeld, mit deutlich weniger Verzerrungen im Randbereich. Die Besucher des Voletariums sitzen direkt im Geschehen und damit virtuell auf der Leinwand - nicht draußen oder vor, sondern auf der Leinwand“, beschreibt Thomas Gellermann.

Um das visuelle Erlebnis und das Fluggefühl zu unterstützen, musste das Audiosystem der hohen Qualität des Projektionssystems und der Bilder entsprechen. Das Surround-Soundsystem ist viel eindringlicher als in einem normalen Kino mit mehr Lautsprechern und mehr Audiokanälen. Durch die 3D-Audioverarbeitung lassen sich Geräusche und Töne kontrollieren und steuern. Dies ermöglicht einen Flug, ähnlich wie bei einem Simulator.

Lohnende Momente

Für das Design- und Projektmanagement-Team war die Realisierung das Ende einer Reise. Thomas Gellerman beschreibt den Moment der Wahrheit: „Da alles vor Ort zusammengebaut wurde, bekam man erst nach der Fertigstellung einen ersten Eindruck von der Erfahrung. Es war sicherlich ein besonderer Moment, zum ersten Mal Bilder vom Film auf der Leinwand zu sehen - vor allem mit dem atemberaubenden Filminhalt.“ Er fügt hinzu: „Das persönliche Gefühl, wenn alles zusammenkommt, ist eine Sache – noch wichtiger sind die Reaktionen der Gäste. Das Hören und Erleben von Schreien während der Fahrt - Freudenschreie - sind Momente, die einzigartig und besonders sind. Das sind die Momente, in denen Sie wissen, dass sich die Entscheidungen in der Planung, die Wahl der eingesetzten Technologien und der eine oder andere zusätzliche Schritt gelohnt haben!“ 

Das neue Gebäude für das Voletarium befindet sich direkt am Haupteingang des Parks, an einem der belebtesten Plätze des Europa-Parks. Verschiedene landschaftliche und architektonische Veränderungen mussten vorgenommen werden, unter anderem die Strecke der EP Express Einschienenbahn, die nun durch das Vorführgebäude führt. Die Attraktion hat sich zu einer der beliebtesten Attraktionen im Europa-Park entwickelt. Sie hat erste Auszeichnungen in der Branche erhalten und die Anlage läuft stabil und ohne Unterbrechungen.

Über den Europa-Park

Mit mehr als 5,6 Millionen Besuchern pro Saison ist der Europa-Park mit mehr als 100 Attraktionen und internationalen Shows in 15 sorgfältig gestalteten europäischen Themenbereichen für Jung und Alt auf einer Fläche von 95 Hektar das zweitbeliebteste Reiseziel Deutschlands und der größte Freizeitpark des Landes. Der Europa-Park wird nun von der 7. und 8. Generation der Familie Mack betrieben und geleitet. Seit der Gründung im Jahr 1975 verfolgen die Eigentümer stets den großen Anspruch, höchste Qualität zu erreichen. Das traditionelle Familienunternehmen ist bestrebt, noch größere Höhen zu erreichen und versucht, sein Angebot ständig zu erweitern. Deshalb ist der Europa-Park immer auf der Suche nach Innovationen, Neuheiten und einzigartigen Attraktionen.

Über Kraftwerk Living Technologies

Kraftwerk Living Technologies mit Sitz in Wels, Österreich, ist eines der führenden Unternehmen im Bereich der professionellen audiovisuellen Systemintegration. Kraftwerk Living Technologies realisiert individuell zugeschnittene, hochmoderne Konzepte und Lösungen für verschiedene Anwendungen, darunter immersive Multimedia-Attraktionen für Themenparks und Entertainment-Locations, Virtual-Reality-Projekte für Industrie und Wissenschaft, audiovisuelle Geräte für verschiedene Veranstaltungsorte und vieles mehr. Das Unternehmen hat weltweit zahlreiche Projekte durchgeführt und seit seiner Gründung im Jahr 1992 die Standards für eine moderne Systemintegration definiert.

www.kraftwerk.at

 

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