Förderpreis für Schweizer Jungarchitekten Die Preisträger des Foundation Award 2019

Dieses Jahr hat das Studio Barrus den Foundation Award, Förderpreis für Schweizer Jungarchitekten, bekommen. Auf dem zweiten Platz ist das Büro Leuthold von Meiss Architekten und der dritte Platz geht an luna productions aus Deitingen. ComputerWorks als einer der Träger des Preises gratuliert den Gewinnerinnen und Gewinnern ganz herzlich.

Dieses Jahr haben Besa Zajmi, Alexia Sawerschel und Romana Castiglioni vom Studio Barrus den Foundation Award gewonnen.

Junge Architekturbüros in der Schweiz

Der Foundation Award fördert jetzt im neunten Jahr innovative junge Architekturbüros in der Schweiz. Mit 40 Bewerbungen lag das gesamte Panorama junger Architektur auf dem Tisch, was der Jury die Auswahl aus den hochklassigen Eingaben nicht einfach machte.

Die Messlatte liegt hoch, denn die Teilnehmer sollen „in ihrer Arbeit die Konturen eines zukünftigen Potentials erkennen lassen, das den Mainstream überschreitet und der Schweizer Architektur neue Wege eröffnen kann,“ wie Andreas Ruby, Direktor des S AM Schweizerisches Architekturmuseum, in seiner Eigenschaft als Jurymitglied feststellt. Drei Büros sind mit ihren Projekten hervorgestochen und hier sind die Gewinner.

Den ersten Platz belegt das Zürcher Studio Barrus.
Den ersten Platz belegt das Zürcher Studio Barrus. Die Preisverleihung fand im angemessenen Rahmen des S AM Schweizerisches Architekturmuseum statt.

Der grosse Elefant im Raum

Den ersten Platz belegt das Zürcher Studio Barrus. Die drei Architektinnen Besa Zajmi, Alexia Sawerschel und Romana Castiglioni „denken Architektur als ein Zusammenspiel zwischen dem grossen Ganzen und dem kleinen Persönlichen“, wie sie es in ihrem Portfolio schreiben. „[Sie] interessiert die Wahrnehmung eines Bauwerks vom Zug aus genauso wie der Ausblick beim morgendlichen Kaffee aus dem Küchenfenster.“

Angetreten sind sie mit drei Projekten, die sie für Wettbewerbe konzipiert haben. Bei den Projekten Kindergarten Städtli in Huttwill, der Erweiterung der Schulanlage Bünda in Davos und dem Neubau eines Doppelkindergarten in Riehen steht immer eines im Mittelpunkt, der Mensch (auch der kleine) und sein Lebensraum. Sozusagen der grosse Elefant mitten im Raum, immer da und so oft übersehen.

Aus der Laudatio von Jurymitglied Jenny Keller: „Die Jury überzeugt die Haltung – und eben die Art, wie diese im eingereichten Portfolio kommuniziert wird – sehr. Studio Barrus beschreibt sich darin selbst äusserst sympathisch und selbstkritisch als «jung, motiviert und etwas naiv». Um dann ganz erwachsen nachzulegen, dass immer der Mensch und sein Lebensraum im Zentrum der Architektur der drei Frauen steht.“ Diese Haltung wurde von der Jury mit dem ersten Platz honoriert.

 

Gespeicherte Erinnerungen

Das Büro Leuthold von Meiss Architekten ist auf dem zweiten Platz. Die beiden Schwestern Nicole Leuthold und Irène von Meiss-Leuthold haben an der ETH studiert und wollten den regen Dialog auch in der Arbeit nicht missen. Eingereicht haben sie als Projekt den Umbau des Stöckli „Spiegelberg“ aus dem Jahre 1777 zu einem Wohn- und Atelierhaus für mehrere Parteien. In seiner langen Geschichte mehrmals umgebaut, zeigte das Haus seine Baugeschichte sichtbar. Diese baulichen Zeitzeugen wurden in der Planung Bestandteile eines neuen Entwurfs, das Haus als ein Erinnerungsspeicher, der seine Geschichte in sich trägt.

Wie Axel Simon von der Jury sagt: „Ein reflektierendes, seine Geschichte spiegelndes, neues Ganzes. Ein Umbau, so lässt sich ergänzen mit Worten, die sie [die Architektinnen] selber nicht gebrauchen, mit Sensibilität, Feingefühl und Sinn für die Sinne.“

Das Büro Leuthold von Meiss Architekten ist auf dem zweiten Platz.
Das Büro Leuthold von Meiss Architekten ist auf dem zweiten Platz mit Irène von Meiss-Leuthold und Nicole Leuthold.

Arbeit und Leben auf dem Dorf

luna productions“ war zuerst ein Arbeitstitel für alle möglichen, gemeinsamen Unterfangungen und Produkte und steht nun als Name für das Büro von Lukas und Nadja Frei, die den dritten Platz des Foundation Award 2019 besetzen. Vier Jahre nach der Gründung haben sie ihre ersten Bauten realisiert, „viel erlebt und so viel gelernt wie sonst kaum je“, wie sie in ihrem Portfolio schreiben. Eingereicht haben sie den Neubau eines Mehrfamilienhauses in Deitingen, eine Studie Bauformen fürs Dorf am Beispiel Hermiswil und ein Wettbewerbsbeitrag für die Schulanlage Vorstadt in Solothurn.

Lukas und Nadja Frei leben und arbeiten im Dorf – aus Überzeugung, dass es unbedingt nötig ist, sich auch hier mit Architektur und eben Dorfbau statt Städtebau zu beschäftigen. Sie übernehmen Verantwortung und wollen mit ihren Werken Lösungsansätze aufzeigen, wie die bauliche und räumliche Entwicklung in ländlichen Gebieten qualitativ gestaltet und damit verbessert werden kann. Beeindruckt von dieser klaren Stellungnahme vergab die Jury den dritten Platz.

Das Büro von Lukas und Nadja Frei besetzt den dritten Platz des Foundation Award 2019.
Die Preisverleihung des Foundation Award fand im S AM Schweizerisches Architekturmuseum statt.
Die Preisverleihung des Foundation Award fand im S AM Schweizerisches Architekturmuseum statt und im Anschluss trafen sich die aktuellen und die bisherigen Preisträger zu einem Abendessen und liessen den Abend gemeinsam ausklingen.

Der Preis für Jungarchitekten

Der Foundation Award zeichnet einmal im Jahr drei junge Architekturbüros aus. Ihre Gründung darf nicht länger als vier Jahre zurückliegen. Der Sieger erhält eine moderne IT-Infrastruktur und viel Publizität im Gesamtwert von über 17'000 Franken. Das Büro auf dem 2. Rang erhält 4000 Franken, jenes auf dem 3. Rang 3000 Franken.

Die Jury des Foundation Award stützt sich bei ihrer Beurteilung auf das eingereichte Büroprofil der Teilnehmer, das knapp und mit wenigen Projekten das Besondere des Büros darstellt. In der Jury sitzen Jenny Keller (Chefredaktorin eMagazin swiss-architects.ch), Andreas Ruby (Direktor S AM Schweizerisches Architekturmuseum), Axel Simon (Leitung der Jury/Redaktor Architektur Hochparterre), Prof. Annette Spiro (Professur für Architektur+Konstruktion, ETH Zürich), Selina Walder (Architektin in Flims) und Friderike Kluge (Alma Maki GmbH/Gewinnerin des Foundation Award 2018).

Den Foundation Award gibt es seit 2010. Die Trägerschaft des Awards bilden der Software-Distributor ComputerWorks, die Architektenplattform swiss-architects.com, der Schweizer Online-Kultursender art-tv.ch, der Hardwarehersteller HP Schweiz, das S AM Schweizerisches Architekturmuseum, die Messe Swissbau und das Architekturmagazin Hochparterre.

Abgabetermin für den Foundation Award 2020 ist der 31. Oktober 2019. Teilnahmebedingungen und weitere Informationen unter www.foundation-award.ch.

Die Jury des Foundation Award 2019: Jenny Keller, Andreas Ruby, Axel Simon, Selina Walder, Friderike Kluge, Prof. Annette Spiro
Die Jury des Foundation Award 2019: Jenny Keller, Andreas Ruby, Axel Simon, Selina Walder, Friderike Kluge, Prof. Annette Spiro (v.l.n.r.)
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