Kreativ vom Papiermodell bis zu BIM Mit BIM-Software durchgängig entwerfen, planen und ausführen

Mit Vectorworks 2021 löst man komplexe Aufgaben ganz einfach. Das Büro von 3+1 architects aus Estland ist ein langjähriger Anwender und plante für einen Wettbewerb ein Terminal für einen großen Passagier- und Güterbahnhof in Ülemiste, einem Stadtbezirk der Hauptstadt Tallinn.

Der Bahnhof in Ülemiste

Der anspruchsvolle Wettbewerbsbeitrag besitzt eine außergewöhnliche Geometrie, die sich der komplex bebauten Umgebung anpasst und wurde komplett für eine Umsetzung nach der BIM-Methode geplant. Im Gespräch geben die Architektinnen und Architekten einige interessante Einblicke in die Entwicklung des Entwurfsprozess eines derartigen Bauvorhabens.

Der Entwurf von 3+1 architects beeindruckt mit der Verwendung von vielen Rottönen, einer blockartigen Struktur und den ausgeprägten Linien, die den Blick nach oben zu der zentralen Fußgängerpassage lenken. Hier können Passanten und Zuggäste beobachten, wie die Straßenbahnen unter ihnen durchfahren. Eines der Hauptziele des Projekts war es, ein fußgängerfreundliches Gebäude zu entwickeln, das als attraktiver Aufenthaltsort und nicht als Etappe auf dem Weg betrachtet wird.

Hanna-Liisa Mõtus von 3+1 architects erklärt, dass das Projekt Teil eines Wettbewerbs für eine größere Vision für das Gebiet in Ülemiste war, die bis 2045 realisiert werden soll. Als Erweiterung des Tallinner Flughafens zeigte die Planung eine Entwicklung hin zu einer verdichteten, urbanen Smart City.

Mõtus nennt die Planung für das Terminal und seine Umgebung das „Tor zu Estland“. Aufgrund seiner prominenten Lage in der estnischen Hauptstadt wäre das Areal für viele Reisende der erste Eindruck des Landes, in dem sie ankommen. Der Zeitplan für das umfangreiche Entwicklungsprojekt ist großzügig geplant: Bis 2045 soll der Bereich in Ülemiste Reisende in Estland mit einem modernen und lichtdurchfluteten Ensemble begrüßen und ins Land einladen.

Geplant mit Vectorworks

Als langjährige Vectorworks-Anwender betrachten 3+1 architects die Software als entscheidend für die Steuerung ihres Designprozesses. Aber vor der Software beginnt alles mit einer 2D-Handskizze und einem physischen 3D-Modell.

„Wir beginnen immer mit einem physischen Modell, um Volumen und die Beziehungen von Räumen zu analysieren und zu verstehen“, sagt Ilmar Valdur, Architekt und Partner bei 3+1 architects. „3D-Modellierung, 2D-Zeichnung und Handmodellierung – das funktioniert alles sehr gut zusammen.“ Da die digitale 3D-Modellierung auf einem 2D-Bildschirm stattfindet, ist er überzeugt, dass das Erfahren der realen drei Dimensionen für den Prozess wesentlich ist.

Die Praxis ist einfach und praktikabel – bei 3+1 architecs arbeiten Handzeichnung und digitale Modellierung harmonisch zusammen. „Als Entwurfswerkzeug“, sagt 3+1-Architektin Karin Harkmaa, „macht Vectorworks es viel einfacher und schneller, Ideen zu erklären und zu interpretieren.“

Als das Team begann, den Entwurf in Vectorworks zu planen, importierten die Architektinnen und Architekten alle notwendigen Landschaftsdaten und Punktwolken der Umgebung. Sie erstellten zwei Geländemodelle, ein großflächiges, kontextuelles Modell und eines, das sich enger auf das Terminal konzentrierte.

„Software ist für uns ein Werkzeug, um unsere Entwürfe zu erstellen“, sagt Valdur. „Heute haben wir durch BIM und 3D-Modellierung so etwas wie einen Wendepunkt erreicht – diese Software spielt eine ganz besondere Rolle, wenn es um die Planung geht und darum, die Kontrolle zu besitzen. Sie hat es uns ermöglicht, in unserem kleinen Büro viel bessere und komplexere Architektur zu gestalten.“

Zu einem Projekt gehört natürlich viel mehr als nur die Modellierung. Das Büro verlässt sich auf Vectorworks für die Zusammenarbeit und Präsentation und nutzt die Vorteile von Projekt-Sharing intern und IFC-Dateien extern. „Für uns ist wichtig, in jeder Phase 2D-Präsentationen erstellen zu können und Vectorworks ist darin sehr gut organisiert“, sagt Mõtus.

Was bedeutet Kreativität für das Team von 3+1 architects

Komplexe Aufgaben einfach gelöst – darum geht es bei Vectorworks 2021. Software darf Design und Kreativität nicht behindern. Wie definiert das Architektenteam „Kreativität“? „Ob wir an einem städtischen Projekt, einem Privathaus oder einem öffentlichen Gebäude arbeiten, wir berücksichtigen immer die Befindlichkeiten der Bewohner oder Nutzer des Raums“, sagt Mõtus.

„Die Umgebung hat einen großen Einfluss auf das tägliche Leben, sowohl emotional als auch physisch“, fügt sie hinzu. „Daher ist es für mich wirklich wichtig, das Umfeld des Kunden, seine Bedürfnisse und sein Verhalten zu verstehen und dies auf delikate, aber auch interessante Weise in Raum und räumliche Beziehungen zu übersetzen. Für mich erwächst Kreativität immer aus dem Kontext des Kunden und dem Erleben des Raums.“