bdla Studierendenwettbewerb Mitteldeutschland 2021/22 „Panta Rhei, alles fließt“ gewinnt Ersten Preis

Die Entscheidung über die Preisträger:innen des Studierendenwettbewerbs Mitteldeutschland 2021/22 des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) ist gefallen. Den Ersten Preis zum Thema „Schwammstadt Quedlinburg – Ideen für die Welterbestadt Quedlinburg“ hat sich Vectorworks-Anwender Holger Rothamel gesichert. Als Sponsor des Wettbewerbs gratulieren wir allen Preisträger:innen ganz herzlich.

Der Entwurf „Panta Rhei, alles fließt“ von Holger Rothamel gewinnt den ersten Preis

Eine komplexe Herausforderung

Das Bewerberfeld mit 70 Studierenden aus fünf Hochschulen, die in Gruppen und Einzelarbeiten jeweils zwei Pläne mit einem Gesamtkonzept und mit Detaillösungen abgeben mussten, hatte zahlreiche sehr hochwertige Arbeiten eingereicht. Schon die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für Schutz vor extremen Starkregen, möglichst hoher Wasserrückhaltung und Erlebbarmachung von Wasser im Freiraum war für die steinerne Innenstadt eine sehr komplexe Herausforderung.

Die 14-köpfige Jury aus Landschaftsarchitekt:innen, Architekt:innen, Bauingenieur:innen und Denkmalpfleger:innen entschied einstimmig, dass der Beitrag von Holger Rothamel (TU Dresden) mit dem historischen Motto des griechischen Philosophen Heraklits die umfassensten Antworten auf die heutigen Herausforderungen einer klimagerechten Welterbestadt Quedlinburg gibt.

Die Preisträger:innen

Erster Preis: Holger Rothamel (TU Dresden): „PANTA RHEI, alles fließt“

Zweiter Preis: Amrei Stenz (TU Dresden): „Barrierefreies Wasserleitsystem für die denkmalgeschützte Altstadt Quedlinburgs“

Drei dritte Preise:

  • Yury Miranovich (Cech University of Life Sciences Prague):„Blue-green walls of Quedlinburg“
  • Rahames Rodrigues Matos, Elyce McKenna Montgomery, Parham Salehi Farsani, Mahmoud Salehi Farsani, Saeed Asgarpour Khansary (Hochschule Anhalt): “RESTORE, RECHARGE and RETAIN to CLEAN and CONNECT”
  • Mona Schäfer (TU Dresden):„Mit DREI Prinzipien zur klimaresilienten Stadt Quedlinburg“

Die Preisträger:innen erhalten Preisgelder in der Gesamtsumme von 3.000 €.

Panta Rhei, alles fließt

Seinen Gewinner-Entwurf hat Holger Rothamel mithilfe von Vectorworks realisiert und sich dabei mit folgenden Problemstellungen auseinandergesetzt:

Die Welterbestadt Quedlinburg ist zunehmend den Auswirkungen des globalen Klimawandels ausgesetzt, die sich in Form von Überschwemmungen, Hitzestau, anhaltende Trockenperioden und Starkregenereignissen widerspiegeln. Insbesondere in der stark versiegelten, steinernen Altstadt sammelt sich bei Starkregenereignissen an drei Tiefpunkten das Regenwasser. Grund hierfür ist neben dem hohen Versiegelungsgrad und den wenigen Grünflächen das überlastete Niederschlagswassernetz der umliegenden Stadtgebiete, bei dem es zum Aufstau und zu erheblichen Oberflächenabfluss über die Straßen führt.

Mit seinem Entwurf verfolgt der Student folgende Ziele:

Das Konzept „Panta Rhei, alles fließt“ lehnt sich an die Worte des griechischen Philosophen Heraklit an, der das Sein als Prozess und einen ständigen Wandel verstand. Analog zu den städtebaulichen und klimatischen Veränderungen ist das Ziel dieser Arbeit, mit klimawandelangepassten und resilienzorientierten Maßnahmen zu intervenieren, die eine besondere Sensibilität und Sorgfaltspflicht im denkmalgeschützten UNESCO-Welterbe beachten.

Basierend auf der Recherche und Analyse zur Welterbestadt Quedlinburg und ihrer historischen Entwicklung werden bedeutsame Freiraumstrukturen wie Teile des historischen Stadtgrabens, der Wordgarten, der ehemalige Friedhof auf dem Marktkirchhof sowie der Skatepark reaktiviert, multifunktional angepasst und miteinander verknüpft. Diese sollen als Regenwasserspeicher und Wärmeregulatoren sowie biodiverse Lebensräume, Aufenthaltsorte und Treffpunkte dienen. Zudem schaffen sie einen Kontrapunkt zu den steinernen Plätzen Markt und Kornmarkt. Das Verknüpfen und Kombinieren verschiedener Flächennutzungen hat den Zweck, das Regenwasser ressourceneffizient zu nutzen sowie das Stadtklima und die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Vectorworks war für Holger eine große Hilfe beim Entwerfen:

Als hilfreich empfand ich die Schraffuren und Mosaike der Vectorworks-Bibliothek, mit der ich relativ einfach gängige Verlegemuster darstellen konnte. Auch die Rendering-Funktion steigerte die Plastizität meiner 2D-Pläne und 3D-Isometrien.“

Hier gibt es weitere Informationen zum Wettbewerb: