Rudy Ricciotti Das Mémorial du Camp de Rivesaltes

Das Mémorial du Camp de Rivesaltes, das der langjährige Vectorworks-Anwender Rudy Ricciotti geplant hat, erinnert an die Geschichte des gleichnamigen Lagers im Süden Frankreichs und ist ein Mahnmal gegen die Gräuel von Krieg und Vertreibung.

Im Finale für den Mies-van-der-Rohe-Award 2017

Im Finale für den Mies-van-der-Rohe-Award 2017

Für den Mies-van-der-Rohe-Award 2017 hat die Jury fünf Projekte ausgewählt, von denen eines das Mémorial du Camp de Rivesaltes ist. Das Museum ist eine mächtige monolithische Gedenkstätte inmitten des kahlen, öden Lagers und eine Mahnung, das Leid der Vertriebenen und Gequälten nicht zu vergessen.

Der Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur ist mit 60.000 Euro dotiert, wird alle zwei Jahre vergeben und gilt als der renommierteste europäische Architekturpreis. Die Auszeichnung wird von der Fundació Mies van der Rohe verliehen, die auch den Young Talent Architecture Award (YTAA) vergibt, der von Vectorworks, Inc gesponsert wird.

Aussenansicht des Mémorial du Camp de Rivesaltes

Ein mächtiger, liegender Monolith

Das Museum erinnert an die lange, dunkle Geschichte des Lagers und welche Rolle es im spanischen Bürgerkrieg, im zweiten Weltkrieg und während des algerisch-französischen Kriegs spielte. Ricciotti und das Architekturbüro Passelac & Roques haben im ehemaligen Block F des Lagers, inmitten der Überreste der alten Baracken ein 4000 m2 grosses Gebäude halb im Boden begraben.
Obwohl es über 220 m lang, 20 m breit und 4 m hoch ist, dominiert es die historische Umgebung nicht. Der tiefste Punkt des Gebäudedachs befindet sich auf Bodenniveau und der höchste Punkt, mehr als 200 m entfernt, überragt die umgebenden Baracken nicht.

Das Camp de Rivesaltes

Als Militärlager „Camp Maréchal Joffre“ 1939 auf einem kahlen Plateau errichtet, war es im Sommer glühend heiss und im Winter dem eisigen Tramontane-Wind ausgesetzt. Zwei Jahre später wurden spanische Bürgerkriegsflüchtlinge interniert und ab 1942 war es Sammellager für deutsche und französische Juden, die weiter in die Vernichtungslager der Nazis deportiert wurden.
Nach dem Krieg wurden italienische und deutsche Kriegsgefangene und Kollaborateure im Lager eingesperrt und nach der Unabhängigkeit Algeriens wurden hier die geflüchteten algerischen Helfer der französischen Armee und ihre Familien „untergebracht“.

Kein Vergessen, keine Vergebung

Ricciotti sagt: „Wir müssen uns der Geschichte des Camp Joffre stellen und können nicht gleichgültig dem menschlichen Leid gegenüberstehen, das sich hier abgespielt hat. Das Mahnmal ist still und gewaltig. Es soll die Schläge auffangen, die eigentlich anderen galten, den jetzt Entschwundenen. Die Verantwortung für die Vergangenheit wird von ihm verkörpert.“

Das Projekt „Mémorial du Camp de Rivesaltes“ wird von der Region Languedoc-Roussillon getragen und wurde im Oktober 2015 eröffnet.

Das Mémorial du Camp de Rivesaltes von innen

Agence Rudy Ricciotti

17, bd Victor-Hugo
83150 Bandol
www.rudyricciotti.com

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