Wertvolle Tipps zur BIM-Planung aus Großbritannien 2D – 3D – BIM

Welche Chancen und Risiken birgt BIM für Architekten? Der DETAIL-Kongress am 27. November 2014 in München gab wichtige Antworten. Die vollbesetzte Immatrikulationshalle der TU München war ein Zeichen dafür, dass der Informationsbedarf von Architekten enorm ist.

BIM-Planung

DETAIL BIM-Kongress

Insgesamt neun Vorträge mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten standen auf der Agenda. Eröffnet wurde die Reihe von Prof. Dr.-Ing. André Borrmann von der TU München, der in seiner Übersicht grundsätzlich in das Thema einführte und dabei besonders auf die Vorreiterrolle Großbritanniens hinwies. Bereits 2011 verfügte die britische Regierung in der “Government Construction Strategy” ganz klar, dass bis spätestens 2016 alle öffentlichen Projekte nach der 3D-BIM-Methode geplant werden müssen. Großbritannien ist somit anderen Ländern in Europa einige Jahre voraus.

Von England lernen: 2D -> 3D -> BIM

Passend dazu berichtete der britische Architekt Neil Marshall von seinen Erfahrungen bei der Umstellung von einer 2D-Planung auf BIM. Mit dem Architekturbüro “The Design Büro” im englischen Rugby hat er bereits mehrere größere und kleinere BIM-Projekte mit der CAD-Software Vectorworks Architektur erfolgreich umgesetzt. Anhand einiger Praxisbeispiele stellte er den Teilnehmern anschaulich vor, mit welchen Herausforderungen, Kosten und Ausbildungsaufwand dieser Prozess verbunden war.

BIM-Experte Neil Marshall
BIM-Experte Neil Marshall

Pilotprojekt Krankenhaus

Bei ihrem BIM-Pilotprojekt, dem Bau eines Krankenhauses in Wales, machten die Architekten eine interessante Entdeckung: Zwei bürointerne Teams arbeiteten parallel an der Entwurfsplanung – eines konventionell in Form von 2D-Plänen und eines direkt am 3D-Modell. Entgegen der verbreiteten Ansicht, dass das 3D-Modell vor allem in frühen Planungsphasen viel Mehrarbeit verursachte, war der Planungsfortschritt beim 3D-Team nicht nur viel schneller als bei den in 2D arbeitenden Kollegen – die aus dem 3D-Modell generierten Pläne waren auch deutlich exakter und in sich konsistenter. Daraufhin brach das Büro die Arbeit an den 2D-Plänen in diesem Projekt komplett ab und plante nur noch in 3D weiter.

Auf die Publikumsfrage, ob er BIM auch ohne die Regierungsinitiative eingeführt hätte, antwortete er:

“Nein, wahrscheinlich nicht. Aber das wäre eine große Dummheit gewesen: Wir haben dadurch unsere Planungsqualität immens gesteigert, so dass sich die Investitionen in Software und Training voll ausgezahlt haben.”

Denn das Arbeiten mit BIM hat nach Ansicht von Neil Marshall für Planer große Vorteile wie zum Beispiel die einfache Erstellung von 3D-Visualisierungen. Diese erlauben es dem späteren Nutzer, die Planungen leichter zu verstehen und verringern so den späteren Änderungsbedarf.

Mehr über die BIM-Erfolgsgeschichte des britischen Planungsbüros erfahren Sie im Anwenderbericht “The Design Büro – The Race to BIM” (in englischer Sprache).

BIM: Mehr Chance als Risiko

In den weiteren Vorträgen wurden u.a. die Themen “Prozesshaftes Planen mit BIM – Architektenrecht und Planerpflicht”, “Wege aus dem Planungschaos – Warum BIM für die Öffentlichen Bauten?”, “BIMiD – BIM Referenzobjekt in Deutschland” behandelt. Beim abschließenden Get Together hatten die Architekten und Planer die Gelegenheit, sich mit Referenten, Kollegen und Partnern auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Als einer der führenden BIM-Anbieter unterstützte Vectorworks den Kongress als Kooperationspartner.

BIM-Kongress an der TU München
Volles Haus beim BIM-Kongress an der TU München. Foto: Matthias Kestel / affeimkopf.de

Einen ausführlichen Nachbericht über den BIM-Kongress können Sie auf detail.de lesen.

Blättern Sie hier durch Neil Marshalls Präsentation beim DETAIL-Kongress.

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