Vorgestellt und nachgefragt Lucas Riedl erhält Innenarchitektur-Stipendium

Wir stellen Euch die Gewinner:innen des Vectorworks Stipendiums 2021 wieder im Rahmen unserer Blogserie „Vorgestellt und nachgefragt“ vor. Im 4. Teil geht es um Lucas Riedl und seinen Gewinner-Entwurf „Unkaputt.Bar“.

Lucas Riedl

„Unkaputt.Bar“ heißt der Entwurf von Lucas Riedl von der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle, der das Vectorworks Stipendium im Bereich Innenarchitektur erhalten hat.

Jurymitglied Peter Ippolito, geschäftsführender Gesellschafter der Ippolito Fleitz Group begründet die Entschiedung für den Entwurf:

„Lucas Riedls Arbeit berührt zwei wesentliche Fragestellungen unserer Zeit: Re-Use und Transformation. Nicht nur sollen in der „UnkaputtBar“ alte Geräte wieder funktionsfähig gemacht werden, auch der gewählte Ort selbst schreibt die Geschichte des Gebäudes und seiner Umgebung fort. Die wandelbare hybride Nutzung von Repaircafé und Bar bei gleichzeitig starker gestalterischer Persönlichkeit und Detailliebe schließlich versteht die Herausforderung der Balance von Agilität und Identität.“

Auch Jurorin Christine Lask, Dipl.-Designerin im Team Innenarchitektur bei ComputerWorks GmbH, ist begeistert:

„Die Tiefe, egal ob vom Inhaltlichen, von der Präsentation, vom Aufbereiten oder vom Handwerklichen hat uns wirklich überzeugt.“

Unkaputt.Bar

Lucas Riedl interessiert sich schon seit Längerem für das Thema Mischnutzung - also die Verknüpfung von zwei unterschiedlichen Funktionen innerhalb eines Gebäudes. Für seine Masterthesis wollte er eine Mischnutzung auf kleinem Raum erarbeiten und beweisen, dass dies nicht nur möglich ist, sondern auch einen Mehrwert bieten kann. Bei der Suche nach einer baulichen Hülle ist er auf einen ehemaligen Kosmetiksalon an der Karl-Marx-Allee in Berlin gestoßen: Eine Bar und ein Repaircafé sollen sich hier nicht nur die Räumlichkeiten des kleinen Gebäudes teilen, sondern eine Symbiose eingehen. Die Herausforderung war es, beide Nutzungen gestalterisch gleichwertig zu berücksichtigen. Außerdem sollte die Verwandlung von Tages- zu Nachtzustand ohne viele Handgriffe passieren, gleichzeitig aber von außen erkennbar sein. „Ich entwerfe sehr viel am Modell und verbrauche beim Skizzieren gerne meterweise Transparentpapier. CAD-Software kommt bei mir im Arbeitsprozess bei der Grundlagenermittlung und dann erst wieder zum Schluss bei der Entwurfs- und Ausführungsplanung zum Einsatz“, erklärt Lucas.

Vectorworks benutzt er seit drei Jahren. „Die Möglichkeit bei Klassen jeweils Stiftfarben und -dicken automatisch zuweisen zu können und mit wenigen Klicks anzupassen hat mich von Anfang an überzeugt und meinen Workflow verbessert. Das Arbeiten mit Texturen ist intuitiv und gibt mir die Möglichkeit, schnell realistisch wirkende Grafiken und Pläne zu erstellen.“

Vectorworks Stipendium 2021

Inspiration bei anderen Preisträger:innen holen

Anderen Studierenden empfiehlt er, sich ebenfalls für das Vectorworks Stipendium zu bewerben: „Mit jeder Einreichung gewinnt man an Erfahrung. Bei Wettbewerben, wie dem Vectorworks Stipendium, lohnt es sich, auch die Entwürfe der Preisträger:innen der vergangenen Jahre anzuschauen, um zu wissen, welche Darstellungsqualität überzeugt. Wer einen gut ausgearbeiteten und dokumentierten Entwurf hat, sollte den Versuch wagen und sich bewerben.“

Nach seinem Masterstudium möchte Lucas in einem Büro für Innenarchitektur und Architektur Berufserfahrung sammeln. Auf lange Sicht möchte er sich jedoch gerne selbständig machen. Wir gratulieren Lucas zu seinem hervorragenden Entwurf und dem Gewinn des Vectorworks Stipendiums 2021 und wünschen ihm auch zukünftig viel Erfolg!