Bregenzer Festspiele Maximale Freiheit für Künstler und Techniker

Jeden Sommer begeistern die Bregenzer Festspiele Besucher aus der ganzen Welt mit ihrer Oper auf der Seebühne. Für viele Bühnenbildner ist es der größte Traum, einmal in Bregenz arbeiten zu dürfen, denn die Seebühne bietet Künstlern ein Maximum an Freiheit – und Vectorworks hilft, zwischen Technik und Künstler zu vermitteln.

Bregenz – eine Institution seit über 70 Jahren

1946, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges, fand die erste Bregenzer Festwoche auf zwei Kieskähnen im Bodensee statt. Die Idee, den See als Bühne zu wählen, erwies sich als durchschlagender Erfolg und ließ das Festival schon im ersten Bestandsjahr zu einem internationalen Ereignis werden. Von Beginn an bildeten die Wiener Symphoniker das Festspielorchester. Neben dem Spiel auf dem See finden das ganze Jahr hindurch weitere Produktionen im Festspielhaus und auf mehreren Spielstätten in Bregenz statt.

2008 begeisterte die spektakuläre Umsetzung von Puccinis Oper „Tosca“ nicht nur die Festivalbesucher: die Seebühne mit der Tosca-Kulisse war Schauplatz für einige Szenen des James Bond Films „Ein Quantum Trost“.

Die Seebühne: künstlerisch wie technisch einzigartig

In Bregenz finden sich Superlative auf Schritt und Tritt. Das beginnt bei der weltweit einzigartigen Größe der Seebühne mit ihren rund 7.000 Sitzplätzen und hört bei der Bühnentechnik noch lange nicht auf.

Das Spiel auf dem See bedeutet für die rund 80 ganzjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen enormen technischen Aufwand. Mit einer Vorlaufzeit von vier Jahren von der künstlerischen Idee bis zur Premiere verlangt es in allen Abteilungen extrem präzises Arbeiten mit Prototypen sowie höchste technische Qualität und Innovation.

In Bregenz wird dem Künstler ein Maximum an Freiheit geboten. Es gibt keinerlei Vorgaben für das Bühnenbild – die einzige Einschränkung lautet: Was ist physikalisch möglich oder nicht möglich?

Premiere der Oper Carmen auf der Seebühne: Das 24 Meter hohe Bühnenbild beeindruckt durch 2 riesige Frauenhände mit überdimensionalen Spielkarten

Carmen auf der Seebühne - das Bühnenbild ist der Star

Im Juli 2017 starteten die Bregenzer Festspiele ihre 72. Festivalsaison mit der Premiere der Oper "Carmen", eine Neuinszenierung von Kasper Holten. Das Bühnenbild entwarf die weltweit gefeierte Bühnendesignerin Es Devlin, die schon Kulissen für Popstars wie U2, Beyoncé, Rolling Stones, Lady Gaga u.v.m. entwarf. Für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro arbeitete Es Devlin zwei Jahre lang an der spektakulären Eröffnungszeremonie - auch ein Projekt, das mit Vectorworks Spotlight realisiert wurde.

Für Es Devlin war es schon immer ein Traum, in Bregenz zu arbeiten. "Was ich allen sagen möchte ist, welche Bedeutung Bregenz für uns Bühnenbildner hat. Bregenz gilt weltweit als spektakulär. Ich weiß nicht, ob man sich dessen hier bewusst ist." Sie fügt hinzu: "Hier verschwindet das Bühnenbild nach der Vorstellung nicht. Es ist ein Zusammenspiel von Kunst und Architektur. Das Bühnenbild ist ein Stück Architektur."

Es Devlin beim Richtfest des Carmen-Bühnenbilds auf der Seebühne in Bregenz

Vectorworks – ein flexibler Begleiter für Kreative

Kurz vor der Premiere von Carmen konnten wir einen Blick hinter die Kulissen der Bregenzer Festspiele werfen und mit Christian Steinschaden, Leiter der Abteilung Bühne, sprechen. Er berichtete, dass viele Produktionen im Festspielhaus mit Vectorworks Spotlight realisiert werden, z.B. die Oper „Moses in Ägypten“.

Oper im Festspielhaus „Moses in Ägypten“ – Szenenausschnitt

Warum Vectorworks?

Christian Steinschaden ist Profi in Sachen Bühnenplanung – die Spielzeit 2017 ist seine 16. Festivalsaison in Bregenz. Seit vielen Jahren setzt er dafür Vectorworks Spotlight ein, denn „es gibt nicht viele Alternativen am Markt, die sowohl eine seriöse CAD-Konstruktionszeichnung abdecken als auch den Anspruch, den wir in der Beleuchtung auf der Bühne haben, per Drag & Drop Systeme zusammenzubauen.“

Gesamtplan für die Oper im Festspielhaus „Moses in Ägypten“

Kommunikation mit kreativen Köpfen

Für Christian Steinschaden fungiert Vectorworks als ideales Kommunikationsmedium mit den kreativen Köpfen. Meist erhält er vom Bühnenbilder nur eine Handskizze oder einen Fünfzeiler mit der Entwurfsidee, was für Techniker nur schwer umzusetzen ist.

Hier schätzt er die Modelliermöglichkeiten von Vectorworks, mit denen er schnell und einfach ein grobes 3D-Modell mit Texturen erstellt und an den Künstler schickt, bevor er es an die Konstruktionsabteilung weiterleitet. Somit kann er sicherstellen, dass das Bühnenteil genauso realisiert wird, wie sich der Künstler das vorgestellt hat und es hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Sobald der Künstler das OK gegeben hat, übergibt er die Daten als Volumenmodelle an die Kollegen in der Konstruktionsabteilung, die den Entwurf in Konstruktionszeichnungen umsetzen und als millimetergenaue 3D-Zeichnungen an ihn zurückgeben. Jetzt kann Christian Steinschaden die 3D-Modelle auslesen und als Basis für die Einrichtpläne weiterverwenden.

Einrichtplan für „Moses in Ägypten“

Mehr Flexibilität beim kreativen Prozess

Beim Carmen-Bühnenbild wurde das gebaute Modell der Hände mit den Spielkarten gescannt, um danach virtuell am 3D-Modell weiterzuarbeiten.

Christian Steinschaden ist überzeugt: „3D-Modelle sind flexibler als gebaute Modelle. Und Vectorworks hilft uns, den kreativen Prozess flexibel zu begleiten.“

Mit Vectorworks vom 3D-Modell über den Einrichtplan zur Premiere

Vectorworks - ein Programm für alles

Die Bregenzer Festspiele setzen Vectorworks Spotlight in den Bereichen Bühnenplanung, Lichtdesign und Beleuchtung ein – von der Konzeptionierung über die Einrichtpläne bis hin zur fertigen Dokumentation für externe Partner erfolgt alles in einem Programm. Anfangs arbeiten alle Beteiligten in ihren individuellen Vectorworks-Dateien, wobei z.B. die Beleuchtungsabteilung die Bühnenpläne referenziert, so dass am Schluss der Gesamtplan in einer großen Datei gesammelt wird.

3D-Bühnenplan mit Sichtlinienprüfung für „Moses in Ägypten“

Dabei lobt Christian Steinschaden besonders der Datenaustausch in Vectorworks: „Die Import- und Exportformate sind großartig und so umfangreich, dass man alles so anbieten kann, wie die Partner, z.B. externe Visualisierungspartner, es gerne hätten, entweder direkt in Vectorworks oder über Schnittstellen wie DWG, DXF, 3D Studio Max, usw.“

Er betont auch, dass es sich lohnt, anfangs ein bisschen Zeit zu investieren, um eine vernünftige Ebenen- und Klassenstruktur anzulegen. Dann lässt sich sehr effektiv arbeiten.

Christian Steinschaden, Leiter der Abteilung Bühne in Bregenz
Christian Steinschaden, Leiter der Abteilung Bühne

Mit ihrem Vectorworks Service Select Vertrag ist er sehr zufrieden: „Der Service-Vertrag ist das Geld definitiv wert. Ich bin immer sehr kompetent beraten worden,“ sagt Christian Steinschaden.

Bregenzer Festspiele

  • Intendantin: Elisabeth Sobotka
  • Kaufmännischer Direktor: Michael Diem
  • Leiter der Abteilung Bühne: Christian Steinschaden
  • ca. 12.000 Sitzplätze insgesamt, davon 7.000 auf der Seebühne
  • ca. 1.600 Mitwirkende
  • ca. 257.000 Zuschauer (Festivalsaison 2017)
  • International Opera Award 2015: Festival of the Year

Tickets und Informationen:

www.bregenzerfestspiele.com

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